Zahnspange

Zahnspange - 7 Dinge, die du wissen solltest!

Brauche ich wirklich eine Zahnspange und welche Arten gibt es eigentlich?

 

Hast du auch manchmal den Eindruck, dass alle Kinder um einen herum eine Zahnspange tragen? Braucht den wirklich jeder eine Spange und welche Arten gibt es eigentlich? Zahlt die Krankenkasse die Kosten und wie läuft so eine kieferorthopädische Behandlung eigentlich ab?

 

 

"Ich möchte dich an meiner langjährigen Praxis- erfahrung teilhaben lassen und dich zur besten Mundhygiene und Zahngesundheit beraten."

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Ich habe über 20 Jahre in kieferorthopädischen Praxen als zahnmedizinische Assistentin gearbeitet und täglich Patienten über die beste Zahnpflege beraten.

➀ Welche Zahnspange Arten gibt es?

Mit einer Zahnspange kannst du dir lediglich schief stehende Zähne, oder aber auch Kieferfehlstellungen regulieren lassen. Je nachdem, was bei dir notwendig ist, gibt es auch verschiedene Arten von Zahnspangen. Grundsätzlich kann man zwei Arten von Zahnspangen unterscheiden:

 

 

Zahnspange Kosten - Zahnspangen herausnehmbar und fest
Feste Zahnspange

Bei einer festen Spange werden dir sogenannte Brackets fest auf die Zähne geklebt (geht manchmal auch innen). Diese werden dann mit einem Draht (Bogen) miteinander verbunden und können damit in alle Richtungen bewegt werden (grob gesagt).

 

Meinen sehr ausführlichen Bericht zur festen Zahnspange findest du unter: feste Spange

Mit dieser Art von Zahnspange kann der Kieferorthopäde / Zahnarzt Schief-, und Engstände der Zähne sehr gut beheben. Das heißt damit können deine Zähne ganz gerade in die Zahnreihe gestellt werden.

 

Vorteil:

Die feste Zahnspange befindet sich 24 Stunden im Mund und du musst nicht daran denken, sie rein zu tun, oder dein Kind daran zu erinnern… Außerdem können damit deine Zähne in alle Richtungen bewegt werden, auch gedrehte Zähne kann man so gut einstellen.

Sogar verlagerte Zähne (Zähne die im Kiefer stecken geblieben sind) können damit häufig in die Zahnreihe eingegliedert werden. Außerdem können mit der Multibandapparatur (feste Spange) Kieferfehlstellungen behoben werden. 

 

Nachteil:

Man sieht sie von außen – also keine unsichtbare Zahnspange. Da diese Art von Zahnspange immer im Mund ist, stört sie natürlich auch beim Zähne putzen und beim Essen. Ich hatte auch eine Feste und mich hat sie vor allem beim Essen „genervt“, da alles hängen bleibt – das schaut nicht schön aus und ist auch nicht gut für die Zähne. Du brauchst also länger zum Putzen und wirst das wahrscheinlich auch öfter machen, als ohne. 

Außerdem musst du öfter zu den Kontrollterminen kommen, als mit einer Herausnehmbaren. Bei uns war das so etwa alle 4 – 5 Wochen – auch das kostet wieder Zeit und Nerven. Und nach den Terminen tun dir vielleicht die Zähne für 3 – 4 Tage beim Essen weh (druckempfindlich). 

 

 

Andere festsitzende Geräte wie zum Beispiel:

 
    • Gaumennahtapparatur – Damit wird ein zu kleiner Oberkiefer gedehnt. Diese Spange besteht aus ca. 4 Bändern, die fest an die Backenzähne geklebt werden. Diese sind mit feinen „Metallstreben“ über den Gaumen miteinander verbunden – in der Mitte befindet sich eine Schraube, an der du täglich drehen musst. Damit wird der Oberkiefer gedehnt und Platz für die Zähne geschaffen. Die Gaumennahtapparatur ist von außen nicht sichtbar. 
    • Retainer – Ein Retainer wird nach der aktiven Behandlung (also nach der Spange) an die Innenseite der Zähne geklebt. Meistens in der Unterkiefer- Front über 6 Zähne – manchmal aber auch im Oberkiefer. Dadurch wird verhindert, dass sich deine Zähne wieder verschieben können. Der Retainer ist nicht von außen sichtbar, muss nur selten kontrolliert werden und stört auch sonst kaum.

 

 

Zahnspange - festsitzend geklebt
Retainer im Unterkiefer
  • Headgear und LipbumperDer Headgear (Außenbügel) ist für den Oberkiefer und nur teilweise festsitzend. Den Bügel kannst du natürlich abnehmen, die Bänder zur Befestigung an den Backenzähnen allerdings nicht. Der Lipbumper (Innenbügel) kann sowohl oben, als auch unten eingesetzt werden – auch der ist abnehmbar, bis auf die Bänder auf den Backenzähnen. Beide Bügel sollen Platz für die Zähne schaffen.

 

Zahnspange Ratgeber - welche privaten Zusatzleistungen sind sinnvoll?
Herausnehmbare (lose) Zahnspangen

 

Wie der Name schon sagt, darunter fallen alle Spangen, die du herausnehmen kannst. Auch hier gibt es ganz viele unterschiedliche Varianten. Von der bunten „Plastik“ Spange, bis zur durchsichtigen Schiene (Invisalign)…

 

 

➂ Herausnehmbare - Lose Zahnspangen

Zahnspange-lose-herausnehmbare-Zahnspangen

Wie der Name schon sagt, sind das Zahnspangen die du selber rein und raus tun kannst.

 

Vorteile:

Sie stören weder beim Essen, noch beim Zähne putzen – du kannst sie jederzeit rausnehmen. Oft reicht es schon aus, wenn sie regelmäßig nachts getragen werden. Also vorm Bett gehen rein und in der Früh wieder raus. Super einfach.

 

Nachteile:

Sie werden oft nicht so gut getragen, wie es notwendig wäre. Nicht alle Zahnbewegungen sind möglich (keine Drehen von einzelnen Zähnen). Sie müssen geputzt und regelmäßig vom Behandler kontrolliert werden (ca. alle 8 Wochen). 

 

Hier gibts auch unzählige Varianten, wie zum Beispiel:

 

Kunststoff Apparaturen mit Drähten

 

  • Platten – Das sind zwei einzelne Geräte. Eins für oben und eins für unten. 
  • Bionator – Das hat nix mit Bio zu tun (das musste ich mal loswerden 😉 …) Das ist eine Spange für oben und unten zusammen. Also ein einzelnes Gerät für oben und unten
  • Fränkel – Auch das ist ein einzelnes Gerät kombiniert für oben und unten
  • FKO-Gerät und Aktivator – Wieder ein einzelnes Kobigerät für oben und unten

 

Diese Kunststoff Apparaturen werden oft während des Zahnwechsels und auch als Vorbereitung auf die feste Spange getragen. Wenn du nur leichte Engstände hast, kann manchmal auch so eine Zahnspange ausreichend sein. Sie sind vielseitig einsetzbar und kommen deshalb auch ganz häufig vor.

 

Aligner (durchsichtige Schienen)

 

 

Zahnspange Schiene - durchsichtige Zahnspange

Diese Schienen werden oft von Erwachsenen getragen, da sie durchsichtig sind und deshalb kaum auffallen. Diese Geräte verlangen eine sehr gute Trage Disziplin vom Patienten, da sie auch tagsüber getragen werden müssen… Es gibt inzwischen verschiedene Hersteller (zum Beispiel Invisalign), bei denen sich die Kosten teilweise stark unterscheiden (Privat Leistung). Da musst du deinen Behandler fragen, mit welchem System er die besten Erfahrungen gemacht hat. 

 

 

➃ Wann brauche ich eine Zahnspange?

Wahrscheinlich wird dich dein Zahnarzt darauf aufmerksam machen, dass du mal zum Kieferorthopäden gehen sollst. Du kannst aber meist auch selber erkennen, ob eine Zahnspange notwendig sein könnte.

 

Folgende Kriterien deuten auf eine notwendige Zahnspange hin:

  • Schiefe Zähne – Die Zähne stehen nicht alle ebenmäßig in einer Reihe
  • Ober-, und Unterkiefer passen nicht richtig zueinander
  • Kreuzbiß – das heißt ein, oder mehrere Zähne beißen falsch aufeinander
  • Tiefer Biß – der Unterkiefer liegt zu weit hinten
  • Progenie – der Unterkiefer liegt zu weit vorne
  • Kiefergelenksprobleme
  • vorstehende Zähne – Lippenschluß nicht oder nur erschwert möglich

 

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du eine Spange brauchst würde ich einfach mal deinen Zahnarzt fragen. Außerdem kannst du jederzeit auch einen Beratungstermin bei einem Kieferorthopäden vereinbaren. Eine kieferorthopädische Behandlung ist übrigens auch im Erwachsenenalter möglich…

 

 

➄ Wie lange muss eine Zahnspange getragen werden?

Das hängt ganz von der Fehlstellung deiner Zähne, bzw. deiner Kiefer ab und auch vom Alter. Im Durchschnitt beträgt eine kieferorthopädische Behandlung 3 – 4 Jahre. So lange läuft meistens auch ein Behandlungsplan, der mit der Krankenkasse vereinbart wird.

 

Wenn du nur eine kleine Fehlstellung hast, kann es natürlich auch viel schneller gehen. Du solltest deinen Behandler fragen, der kann das ungefähr einschätzen. Wenn du eine schwere Kieferanomalie hast, die vielleicht sogar auch noch operiert werden muss, wird die Behandlungszeit sicher länger dauern.

 

Außerdem hängt die Behandlungsdauer auch noch von dir ab:

  • wie gut trägst du die Zahnspange
  • wie regelmäßig kommst du zu den Behandlungsterminen
  • ist die Zahnpflege ausreichend

 

 

➅ Wie läuft eine kieferorthopädische Behandlung ab?

Terminvereinbarung: 

 

Zuerst einmal vereinbarst du einen Termin. Das kann schon mal mehrere Woche, vielleicht sogar Monate dauern. Das hängt ganz davon ab, wie ausgelastet der Kieferorthopäde ist und oft (leider) auch wie du versichert bist… 

 

Mein Termin Tipp: Wenn du Vormittags Zeit hast (außer in den Ferien) klappts oft schneller mit dem Termin, da am Nachmittag die Schulkinder zu den Terminen kommen wollen.

 

 

Beratung: 

Wenn du dann endlich einen Termin ergattert hast, solltest du vom Kieferorthopäden untersucht und ausführlich beraten werden. Dieser „Ersttermin“ kann deshalb schon mal ein wenig dauern. Er wird dir wahrscheinlich genau sagen, welche Zahnspangen notwendig sind, ob du etwas dazu zahlen musst und wie lange die Behandlung etwa dauern wird. Wenn du Fragen hast, das stell sie jetzt unbedingt und lass dich nicht einschüchtern von der Informationsflut… Am besten du schreibst dir vorher schon ein paar Fragen auf, damit du nix vergisst.

 

 

Behandlungsplan:

Nach der Beratung werden die Anfangsunterlagen erstellt – das sind meistens Abdrücke der Kiefer, Röntgenaufnahmen und Fotos. Diese Unterlagen braucht der Behandler, damit er einen Behandlungsplan (Heil-, und Kostenplan) schreiben kann. Dieser Behandlungsplan wird bei der Krankenkasse eingereicht und (hoffentlich) genehmigt. Egal ob du Privat oder Gesetzlich versichert bist, es wird auf jeden Fall ein Plan geschrieben. 

 

Warte unbedingt, bis der Behandlungsplan von deiner Kasse genehmigt ist, bevor du die Spange einsetzen lässt. Ich habe es schon ein paar mal erlebt, dass die Krankenkasse den Plan ablehnt und der Patient dann auf den Kosten sitzen bleibt.

 

 

➆ Wer übernimmt die Kosten für die Zahnspange?

Bei der gesetzlichen (AOK, BEK, BKK usw.) Krankenkasse

Kinder bis 18 Jahre:

  • Wenn die sogenannten KIG-Kriterien erfüllt sind, Indikationsgruppe 3-5, (die Fehlstellungen sind schlimm genug) übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Behandlung komplett. Beim 1. Kind werden sofort 80 % und ab dem 2. Kind sofort 90 % erstattet, die restlichen 10 – 20 % musst du zuerst selber bezahlen. Dieses Geld bekommst du am Ende einer erfolgreichen Behandlung von deiner Kasse wieder zurückerstattet (die Kasse, wo du zuletzt versichert bis zahlt den ganzen Eigenanteil zurück). 
  • Sind die KIG-Kriterien nicht erfüllt, ist also die Fehlstellung der Zähne / Kiefer zu gering, zahlt die Krankenkasse nichts
  • Vereinbarst du mit dem Kieferorthopäden außervertragliche Leistungen, musst du diese zu 100% selber bezahlen, außer du hast eine Zusatzversicherung abgeschlossen, die diese Kosten übernimmt. 

 

Erwachsene ab 18 Jahre:

Hier übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Behandlungskosten nicht. Einzige Ausnahme: die Kieferfehlstellungen sind so schlimm, dass zusätzlich auch noch operative Maßnahmen notwendig sind. Also eine kombinierte kieferchirurgisch / kieferorthopädische Behandlung. 

 

Bei der Privaten Krankenversicherung: 

Hier hängt es ganz von deinem Vertrag ab. Meistens ist die kieferorthopädische Behandlung bei Kindern mit abgedeckt – oft auch bei Erwachsenen. Dazu musst du dir deinen Vertrag ganz genau ansehen, dort findest du auch die Höhe der Abdeckung.

 

 

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Du hast Fragen zu deiner Behandlung? Die kannst du hier bei den Kommentaren gerne stellen – ich werde sie so schnell wie möglich beantworten…

 

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Weiterführende Links:

Bayr. Landeszahnärztekammer: https://www.zahn.de/zahn/web.nsf/id/pa_zahnspangen_und_kieferorthopaedie_faq.html

Zahnspange Erklärung: https://de.wikipedia.org/wiki/Zahnspange

 

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