Zahnspange – Private Zuzahlungen (iGeL) sinnvoll?

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Sind private Zuzahlungen (iGeL Leistungen) bei der Zahnspange

wirklich sinnvoll und notwendig?

 

 

 

 

Fast täglich werde ich in der Praxis gefragt, ob und welche außervertraglichen Leistungen, bzw. iGeL Leistungen (individuelle Gesundheitsleistung) für die Zahnspange wirklich notwendig und sinnvoll sind.

 

Sicherlich gibt es einige „private Zuzahlungen“, die ich empfehlen kann und andere, die weniger sinnvoll sind… 

 

 

 

iGeL Leistungen für kieferorthopädische Behandlung bei gesetzlich versicherte Patienten (Kassenpatienten)

 

 

 

 

Als erstes klären, ob es sich um einen „Kassenfall“ handelt

 

 

Zuerst sollten Sie sich natürlich von einem Kieferorthopäden / Zahnarzt beraten lassen, ob es sich in Ihrem Fall überhaupt um einen „Kassenfall“ handelt. Denn nicht jeder „schief stehende Zahn“ wird von der gesetzlichen Krankenkasse auch bezahlt. Der Behandler muss also zuerst einschätzen, ob es sich um einen KIG-Fall (Kieferorthopädische Indikationsgruppe) handelt.

 

Vereinfacht gesagt: ist die Zahn,- oder Kieferfehlstellung schlimm genug, dass die Krankenkasse bezahlt. Oder handelt es sich vor allem um eine Behandlung um die Ästhetik zu verbessern? Wenn Ihre gesetzliche Krankenkasse zugestimmt hat, also den Behandlungsplan genehmigt hat, kann die kieferorthopädische Behandlung beginnen.

 

 

Jetzt klärt Sie Ihr Behandler über mögliche private Zuzahlungen (iGeL Leistungen) auf

 

 

Möglicherweise wird Sie jetzt Ihr Kieferorthopäde darauf hinweisen, dass nicht alle möglichen und sinnvollen Leistungen von Ihrer Krankenkasse bezahlt werden. Dazu möchte ich Ihnen sagen, dass es sicherlich auch möglich ist eine komplette kieferorthopädische Behandlung komplett ohne private Zuzahlungen, bzw. iGel Leistungen durchführen zu lassen. Das muss ein Kieferorthopäde mit Kassenzulassung auch anbieten. Allerdings gibt es ein paar Dinge, die ich auf jeden Fall privat „dazu kaufen“ würde und die auch wirklich sinnvoll sind. Bei der festen Zahnspange gibt es sehr häufig private Zuzahlungen, also iGeL Leistungen.

 

 

Folgende iGeL Leistungen werden oft angeboten:

 

 Superelastische Bögen / Thermoelastische Bögen

 Festsitzender Retainer an der Zahninnenseite

  Spezielle Brackets (selbstligierend, Keramik etc.)

 Bracketumfeldversiegelung (Fluoridierung)

 professionelle Zahnreinigung

 Funktionsanalyse

 Mini Pins (Mini Schrauben) zur Verankerung

 digitaler Zahnabdruck / 3-D Röntgen

 Farben oder Bilder für lose Zahnspange

 

 

 

 Sind bei der festen Zahnspange superelastischen / thermoelastische Bögen sinnvoll?

 

 

Superelastische Bögen sind sinnvoll!

 

 

Diese iGeL Leistung würde ich selber auf jeden Fall auswählen. Diese Bögen sind viel weicher und sanfter, als ein Stahlbogen. Das heißt, der Druck auf die Zähne ist angenehmer und die Spange tut deshalb nicht so weh. Wenn ich in der Praxis gefragt werde, ob die Zuzahlung für Bögen Sinn macht kann ich nur mit „ja“ antworten. Und ich bekomme dafür ganz sicher keine Provision…

 

Sicherlich können Sie auch ohne superelastische Bögen ein gutes Behandlungsergebnis erzielen, deshalb bezahlen ja die Krankenkassen auch die „normalen“ Bögen. Komfortabler, weniger schmerzhaft und oft auch schneller geht es allerdings mit diesen High Tech Bögen. Sie kennen das vielleicht vom Auto: mit der Grundausstattung können Sie genauso gut fahren, mit der Zusatzausstattung allerdings viel komfortabler.

 

 

Worin unterscheiden sich die superelastischen Bögen von den „normalen“ Bögen?

 

 

klassische iGel Leistung – superelastische Bögen

Diese „Spezialbögen“ werden aus ein völlig anderen Metall Legierung zusammengesetzt, als Stahlbögen. Es gibt sie in ganz unterschiedlichen Zusammensetzungen, je nach Hersteller.

 

Oft bestehen Sie aus einer Nickel / Titan Mischung und werden deshalb auch Niti – Bögen genannt. Manche dieser Bögen sind auch thermoelastisch, das heißt sie reagieren auf kalt und heiß.

 

Außerdem sind superelastische Bögen, wie der Name schon sagt, besonders elastisch und biegsam. Dadurch geben sie den Druck auf Ihre Zähne gleichmäßiger ab, als ein starrer Stahlbogen.

 

Das ist vor allem am Anfang Ihrer Behandlung, wenn noch Zahn Drehungen zu korrigieren sind, wesentlich angenehmer. Wenn Ihre kieferorthopädische Behandlung mit der festen Zahnspange schon weiter fortgeschritten ist, haben die Stahlbögen wiederum ihre Vorteile.

 

 

Warum gehören superelastischen Bögen zu den iGeL Leistungen?

 

 

Eines haben alle diese superelastischen Bögen gemeinsam: Sie sind für den Kieferorthopäden im Einkauf um ein vielfaches teurer, als ein Stahlbogen. Die gesetzliche Krankenkasse bezahlen allerdings immer den gleichen Preis für die Bögen. Wenn Ihr Kieferorthopäde also superelastische Bögen bei Ihnen verwendet, hat er höhere Material Ausgaben.

 

Diese zusätzlichen Ausgaben möchte Ihr Behandler dann mit Ihnen privat als iGeL Leistung (individuelle Gesundheitsleistung) abrechnen. Denn er bekommt sie von Ihrer gesetzlichen Krankenkasse nicht erstattet. Sind Sie privat versichert, kann der Kieferorthopäde diese Zusatzkosten über einen höheren Punktwert abrechnen. 

 

 

Wie hoch sind die Kosten für superelastische Bögen?

 

 

iGeL Leistung superelastische Bögen

Das kann ich Ihnen leider so pauschal nicht beantworten, da sich die Kosten stark unterscheiden. Je nachdem welche Bögen Ihr Kieferorthopäde benützt, unterscheidet sich der Preis schon im Einkauf ganz beträchtlich. Außerdem hängt es auch ganz davon ab, wo Sie wohnen und wie geschäftstüchtig Ihr Kieferorthopäde ist.

 

Die Preise in München oder Hamburg sind sicherlich viel höher, als bei einer Praxis irgendwo auf dem Land…Meistens werden 6 – 8 superelastische Bögen veranschlagt, wovon ein Bogen schon mal 15 – 70 Euro kosten kann. Wie gesagt, die Preise unterscheiden sich wirklich enorm.

 

 

 Ist ein fester Retainer sinnvoll und was ist das eigentlich genau?

 

Was genau ist eigentlich ein festsitzender Retainer?

 

Der Retainer ist auch eine klassische iGeL Leistung bei einer kieferorthopädischen Behandlung. Wenn Ihre Behandlung fast fertig ist, wird Ihnen Ihr Kieferorthopäde vielleicht einen festsitzenden Retainer vorschlagen, damit sich Ihre Zähne nicht mehr verschieben können. Das passiert häufig im Frontzahnbereich, vor allem im Unterkiefer.  Dabei handelt es sich um ein kleines Drähtchen, das an der Innenseite der Zähne angeklebt wird. Es ist also von außen nicht sichtbar. Meistens wird dieser Retainer von Eckzahn bis Eckzahn geklebt, das heißt über sechs Zähne. Nachdem die feste Spange entfernt wurde sollten Sie sich unbedingt einen Retainer einsetzen lassen.

 

Oft wird ein paar Tage vor dem Einkleben dieses Retainers ein Abdruck von Ihren Zähnen gemacht. An diesem Abdruck wird das der Retainer so angepasst, bzw. gebogen, dass er schön anliegt und den Patienten nicht stört. Dieses auf Sie individuell angepasste Drähtchen wird dann mit Zahn farbenem Kunststoff an die Zähne geklebt. Die Zähne werden dadurch fest miteinander verbunden und können sich so nicht mehr verschieben. 

 

Es könnte aber auch sein, dass Ihr Kieferorthopäde einen vorgefertigten Retainer verwendet. Dann wird meist kein Abdruck gemacht, denn den Retainer kann man auch schon fertig bestellen. 

 

Aus welchem Draht Material besteht ein Retainer?

 

Es gibt Retainer aus den unterschiedlichsten Materialien. Manche Kieferorthopäden benützen einen feinen Draht aus Edelstahl, andere nehmen eine Goldlegierung. Es gibt auch Retainer aus Fiberglas. Am besten Sie fragen Ihren Kieferorthopäden, welches Material er benützt. Es gibt hier große Unterschiede.

 

Was kostet ein Retainer?

 

Auch das ist wieder individuell unterschiedlich. Je nachdem, ob es sich um einen individuell angefertigten, oder einen vorgefertigten Retainer handelt und aus welchem Material er gefertigt ist unterscheiden sich die Preise teilweise erheblich. Für einen Retainer über sechs Zähne müssen Sie mindestens ab 180 Euro rechnen, nach oben hin gibt es keine Grenzen. Der fest eingeklebte Retainer ist eine klassische und zu empfehlende iGeL Leistung.

 

Was zahlt die Krankenkasse?

 

Wenn Sie privat versichert sind, übernimmt Ihre Krankenkasse oft die Kosten für einen festsitzenden Retainer. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für einen Retainer in den meisten Fällen nicht. Ausnahme: Ihr Heil,- und Kostenplan wurde mit der KIG- Einstufung E3 oder E4 beantragt und genehmigt. Fragen Sie Ihren Kieferorthopäden, bei den meisten Patienten ist das allerdings nicht der Fall.

 

Wie lange bleibt der Retainer im Mund?

 

Der Retainer stabilisiert und hält das Behandlungsergebnis. Er sollte nach Möglichkeit einige Jahre im Mund bleiben. Wir haben Patienten, die tragen so einen Retainer bereits seit 10 Jahren, ohne Probleme. Sobald der Retainer entfernt wird, besteht die Gefahr, dass sich die Zähne wieder verschieben. Muss nicht passieren, kann aber. Diese iGeL Leistung würde ich auf jeden Fall dazunehmen, damit das Behandlungsergebnis stabil bleibt. 

 

Retainer kaputt, was tun?

 

Die Kontrolle des Retainers kann auch der Zahnarzt bei Ihrem jährlichen Besuch durchführen. Sollte mal eine Klebestelle locker sein, sollten Sie zu Ihrem Kieferorthopäden gehen und möglichst bald reparieren lassen. Wenn ein defekter Retainer nicht zeitnah repariert wird, besteht die Gefahr, dass sich etwas verschiebt. Sollte der Draht des Retainers gebrochen sein, muss er wahrscheinlich komplett ersetzt werden. Je nachdem an welcher Stelle er gebrochen ist. Wird der Draht des Retainers „geflickt“, hält das meistens nicht besonders lang. 

Wie pflege ich meinen Retainer und was ist mit Zahnseide?

 

Ein Retainer braucht eigentlich keine spezielle Pflege. Sie sollten ganz normal Ihre Zähne putzen (am besten mit einer elektrischen Zahnbürste) und zweimal im Jahr zum Zahnarzt gehen. Zahnseide können sie an den Zähnen wo der Retainer klebt nur bedingt benützen. Sie kommen dort nicht komplett durch die Zwischenräume durch, da an diesen Stellen ja das Drähtchen klebt. Vielleicht können Sie aber ein Zwischenraumbürstchen benützen.

 

Ist ein fester Retainer wirklich sinnvoll und notwendig?

 

Diese Frage muss ich eindeutig mit JA beantworten. Ich habe es schon öfter in der Praxis erlebt, dass Patienten nach der festen Zahnspange keinen Retainer haben wollten, aber auch ihre lose Zahnspange für die Nacht nicht getragen haben. Hier haben sich die Zähne innerhalb kürzester Zeit wieder verschoben. Vor allem nach der Behandlung mit einer festen Spange, bei der die Zähne stark bewegt wurden ist die Rezidiv Gefahr (dass sich alles wieder zurückschiebt) besonders groß. 

 

Wenn ein fester Retainer eingeklebt wurde können sich die Zähne normalerweise nicht mehr verschieben. Sie sind miteinander verklebt, oder auch verblockt. Ein Retainer wird vor allem im Frontzahnbereich eingeklebt, da hier die Gefahr des Verschiebens erfahrungsgemäß am größten ist.

 

 

 

 

„Das Einsetzen eine festen Retainers (iGel Leistungen)

kann ich nur empfehlen!“

 

 

 

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