Zahnstein Hund – Entfernen sinnvoll?

Zahnstein beim Hund - Ein lästiges Problem...

Der Zahnstein beim Hund kommt vor allem gehäuft bei älteren Tieren vor, aber auch junge Hunde sind manchmal auch betroffen. Vor allem kleinere Rassen, sowie bei kurzköpfigen Hunderassen wie King Charles Spaniel, Boxer (genetische Disposition) sind sehr oft von Zahnstein geplagt. Bei diesen  Hunderassen werden durch die Fehlstellung der Zähne die Ablagerungen, die Plaques, nicht so gut abgespült. Doch kann ich den Zahnstein beim Hund selber entfernen, oder muss ich dafür zum Tierarzt gehen? Kann man irgendwie vorbeugen und wie hoch sind die Kosten für die Entfernung?

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Woran erkenne ich den Zahnstein beim Hund?

Zahnstein Hund - Selber entfernen oder Tierarzt
Zahnstein Hund

Plaque (Zahnbelag) und Zahnstein sind nicht nur beim Hund die Hauptursachen für Zahnfleischentzündungen, Parodontose und Zahnverlust. Bakterien und die mechanische Reizung durch den harten Zahnstein führen vor allem am Zahnfleischsaum in kurzer Zeit zu Entzündungen (Gingivitis).

 

Durch die Entzündung und Schwellung entstehen Zahnfleischtaschen, in die sich weiter Plaque und Zahnstein einlagern können. Schwere Parodontose, die Zerstörung des Zahnhalteapparates und letztlich der Verlust der Zähne sind die Folgen. Während des ganzen Krankheitsverlaufes hat der Hund Schmerzen!

Kleine Rassen sind stärker betroffen...

Von Hunde Zahnstein sind vor allem Tiere kleiner Rassen stark betroffen. Manche Tiere müssen mit massiv entzündetem Zahnfleisch, eitrigen Zahnwurzeln und lockeren Zähnen jahrelang leben, bis sie irgendwann einmal vor Schmerzen die Futteraufnahme ganz einstellen und endlich zum Tierarzt gebracht werden. Dann sind jedoch oft viele der Zähne nicht mehr zu retten und müssen gezogen werden.

Sind die Wurzeln des Backenzahns P4 im Oberkiefer vereitert, entsteht manchmal unter dem Auge der betroffenen Seite eine schmerzhafte Schwellung. Es handelt sich dabei um eine Fistel, die von der erkrankten Zahnwurzel ausgeht. Sie bricht häufig nach außen auf und es entleert sich eitriges Sekret. Oft findet man bei vernachlässigten Gebissen auch schwerste Parodontose und Entzündungen im Bereich der Eckzähne (Canini). Zwischen den Wurzeln der Canini und der Nasenhöhle befindet sich lediglich eine papierdünne Wand.

Vernachlässigtes Gebiss belastet den ganzen Körper...

Sind die Wurzeln der Eckzähne vereitert, ist diese Wand oft am Entzündungsprozess beteiligt. Vielfach bricht sie durch und den Tieren läuft Eiter und Blut aus dem Nasenloch der betroffenen Seite. Spätestens dann, wenn solche Symptome auftreten, wird jeder Hundefreund einen Tierarzt aufsuchen, um seinen vierbeinigen Freund von den Schmerzen zu befreien. Ein über Jahre vernachlässigtes Gebiss mit chronischen Entzündungen des Zahnfleisches belastet den gesamten Organismus. In die Blutbahn ausgeschwemmte Eiterbakterien können für Herz- und Nierenerkrankungen verantwortlich sein.

Kann ich den Zahnstein meines Hundes selber entfernen?

Kleine Zahnsteinreste kannst du selber entfernen

Natürlich vorausgesetzt, dein Hund lässt das mit sich machen. Dabei musst du sehr vorsichtig sein, damit du deinen Liebling nicht verletzt! Der Zahnstein lässt sich mit einem Scaler oder Zahnsteinschaber von den Zähnen abkratzen. Das mag nicht jeder Hund. Deshalb solltest du ihn schon von klein auf daran gewöhnen ihm das Maul zu öffnen und die Zähne berühren zu dürfen. Dadurch hat er keine Angst mehr und lässt sich die Zähne vielleicht auch ab und zu von dir putzen. Denn das würde dem Zahnstein und Zahnfleischentzündungen vorbeugen!

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Größere Zahnstein Mengen vom Tierarzt entfernen lassen...

Wird Zahnstein bei deinem Hund festgestellt, solltest du ihn auch entfernen (lassen) und zwar so schnell wie möglich, ehe größere Probleme entstehen. Bei kooperativen Hunden und nur wenig Zahnstein kannst du das vielleicht sogar selber machen. Sehr starke Zahnsteinbildung und widerspenstige Patienten erfordern jedoch eine Narkose und dann musst du natürlich mit deinem Liebling zum Tierarzt gehen.

 

Um das Narkoserisiko zu verringern, sollte bei Tieren über sechs Jahren grundsätzlich vorher eine Blutuntersuchung durchgeführt werden. Bisher unauffällig gebliebene Leber- und Nierenerkrankungen können damit erkannt und bei der Narkosedosierung berücksichtigt werden. Vor jeder Narkose wird die Funktion des Herzens durch Abhören (Auskultation) kontrolliert. Unter der Anästhesie wird das Gebiss gereinigt und jeder Zahn maschinell poliert.

 

Das ist ein sehr zeitaufwendiges Verfahren und nicht ganz billig. Vorbeugende Maßnahmen, um die Bildung von Zahnstein von vorneherein zu verhindern, lohnen sich daher nicht nur für das Wohlergehen des Hundes, sondern auch für den Geldbeutel des Tierbesitzers. Ist Zahnstein erst einmal entstanden, kann der Hundehalter kaum mehr etwas ausrichten. Die harten Beläge können in der Regel nur mit zahnmedizinischen Werkzeugen sicher entfernt werden. Hat dein Hund Zahnstein, dann ist oft ein Besuch beim Tierarzt nicht zu vermeiden.

Wann muss ich damit zum Tierarzt und wie hoch sind die Kosten?

Vorhandener Zahnstein beim Hund muss oft vom Tierarzt entfernt werden. Für eine professionelle Zahnsteinentfernung rechnet der Tierarzt seine Leistungen nach der Gebührenordnung der Tierärzte (GOT) ab.

Dabei kann er etwa folgende Kosten für die Zahnsteinentfernung/Zahnsteinprophylaxe veranschlagen:
  • Manuell: ca. 13 Euro
  • Einfacher Ultraschall: ca. 23 Euro;
  • Schwieriger Ultraschall: ca. 45 Euro, bei sehr hohem Zeitaufwand zuzüglich einer Zeitgebühr von 16 Euro je 15 Minuten;
  • Ultraschall mit Scaling, Fluorierung und Nachpolieren: ca. 77 Euro.

 

Grundsätzlich sind die Kosten auch abhängig  davon, wie ausgeprägt der Zahnstein bei deinem Hund ist. Denn je umfangreicher die Behandlung wird, desto höher können die Kosten werden. Deshalb kann so eine Zahnsteinentfernung beim Hund am Ende schon mal um die 240 Euro ausmachen…

 

Zusätzlich können Kosten für Medikamente und Verbrauchsmaterialien entstehen. Üblicherweise erhält der Hund bei der Zahnreinigung mittels Ultraschall ein zu berechnendes Narkosemittel. In manchen Fällen wird dem Hund vor der Zahnbehandlung ein Antibiotikum verabreicht. Auch das verursacht natürlich wieder Kosten. Am besten du erkundigst dich gleich bei der Terminvergabe nach den voraussichtlichen Kosten für die Zahnstein Entfernung bei deinem Hund.

Welche Folgen kann der Zahnstein für meinem Hund haben?

Als Erstes bemerkst Du als Besitzer die gelblichen bis braunen Auflagerungen auf den Zähnen. Bei den meisten Hunden beginnen sie sich an den Reißzähnen des Oberkiefers zu bilden. Zahnstein stellt für den Hund aber nicht nur ein kosmetisches und hygienisches Problem dar. An den harten Ablagerungen können sich Bakterien sehr leicht festsetzen, vermehren und Entzündungen am Zahnfleisch hervorrufen.

 

Wenn die Mikroorganismen weiter unter dem Zahnfleisch am Zahn entlang aufsteigen, können sie sogar zu Parodontose führen. Eine dauerhafte Entzündung des Zahnfleisches kann auch den Organismus des Hundes belasten und zu einer Schwächung des Immunsystems führen. Im schlimmsten Fall können die Bakterien aus dem Maul in die Blutbahn abgeschwemmt werden und zum Beispiel am Herzen eine Herzmuskelentzündung auslösen.

Mögliche Folgen von Zahnstein:
  • Zahnfleischentzündung
  • Parodontitis – Ausbreitung der Bakterien auf den ganzen Körper
  • Locker Zähne 
  • Zahnausfall
  • Mundgeruch

Wie entsteht Zahnstein beim Hund?

Zahnstein beim Hund und starke Zahnbeläge finden sich bei vielen Tieren, die routinemäßig vom Tierarzt untersucht werden. Ursache dafür ist die überwiegende Ernährung mit Weichfutter sowie mangelnde Zahnhygiene. Für den weichen Nahrungsbrei aus der Dose brauchen die Tiere eigentlich keine Zähne. Der Selbstreinigungsprozess durch Reibung, wie beim Zerkleinern großer Stücke Fleisch oder Knochen, wird durch Dosennahrung nicht in Gang gesetzt.

 

Die Folge davon sind Zahnbeläge. Sie werden als Plaque bezeichnet. Plaque besteht aus Nahrungsresten, abgestorbenen Zellen der Schleimhaut des Mauls sowie Schmutzpartikeln. Bei mikrobiologischen Untersuchungen von Hundegewissen wurden zusätzlich auch Eiterbakterien (Streptokokken, Staphylokokken) im Plaque massenweise nachgewiesen. Durch Einlagerung von Mineralien aus dem Speichel wird der zunächst weiche Zahnbelag zu hartem Hunde Zahnstein.

Kann ich dem Zahnstein beim Hund vorbeugen?

Bei Hunden, die regelmäßig Kalbsknochen und Knorpel fressen oder das Futter in Form großer Fleischstücke erhalten, erübrigt sich in der Regel eine spezielle, vom Hunde Besitzer durchgeführte Zahnsteinentfernung. Lediglich an den Eckzähnen muss möglicherweise ab und zu etwas harter Zahnstein entfernt werden. Wenn es sich nur um wenig Zahnstein handelt, gelingt das recht gut mit dem Fingernagel des Daumens.

Zähne putzen vor allem bei den kleinen Rassen...

Bei Hunden kleinwüchsiger Rassen (Yorkshire, Zwergpudel, Papillon u. a.) solltest du die Zähne von klein auf reinigen, da diese Hunde, wahrscheinlich erblich bedingt sehr zu Zahnstein neigen. Die richtige Ernährung reicht als Vorbeugungsmaßnahme oft nicht aus. Es gibt beim Tierarzt spezielle Zahnpasta in verschiedenen Geschmacksrichtungen, die vom Hund auch geschluckt werden kann. Beginne mit einer solchen Zahnpflege Hund schon im Welpenalter, damit die Prozedur für den kleinen Hund von Anfang an zum Leben dazugehört.

 

Es ist ganz einfach: Lege die Hand um den Kopf des Hundes und schließe ihm das Maul, indem Du den Unterkiefer mit den Fingern nach oben drücken. Ziehe die Lefze des Hundes mit dem Daumen hoch und schiebe die feuchte, mit Zahnpasta behaftete Bürste zwischen Backen und Zähne. Bürste die Außenseite der Backenzähne besonders gründlich. Hier sind die Hauptansatzstellen von Plaque. An den Innenflächen der Zähne bildet sich in der Regel nur wenig Zahnstein. Dennoch empfiehlt es sich, auch dort zu bürsten. Dazu musst Du das Maul des Hundes vorsichtig öffnen, indem Du mit Daumen und Zeigefinger über den Nasenrücken greifend die Lefzen rechts und links der Maulhöhle ganz leicht eindrückst.

Was hilft bei Zahnfleischentzündung?

Zuerst einmal ist es wichtig die Ursache, also den Zahnbelag und Zahnstein zu entfernen. Anschließend kannst du deinem Hund mit hilfreichen Hausmitteln weiter helfen. Eichenrinden-Abkochungen und Salbeitee können zum Betupfen oder Einreiben von entzündetem Zahnfleisch verwendet werden. Neben den entzündungshemmenden Eigenschaften wirken diese Substanzen zusammenziehend und leicht schmerzlindernd. Zahnfleischpinselungen mit einer Tinktur aus Blutwurz, Arnika und Myrrhe haben sich bei chronischen Entzündungen in der Mundhöhle bewährt.

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