Knirschschiene / Aufbissschiene und Knirscherschiene ✔️ Ratgeber

Knirschschiene gegen Zähneknirschen in der Nacht?

Wogegen hilft eigentlich eine Knirschschiene? Zähneknirschen verursacht nicht nur unangenehme Geräusche, sondern ruft auch gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Zahnschäden, Nackenschmerzen oder Kieferverspannungen hervor. Es zeigt sich besonders in der Nacht. Häufig leiden die Betroffenen deswegen unter Schlafproblemen. Mit einer Knirscher- oder Aufbissschiene kannst Du möglichen Beschwerden jedoch entgegenwirken.

Aus welchen Gründen kommt es überhaupt zum Zähneknirschen?

Zähneknirschen (Bruxismus) ist keine Seltenheit. Allerdings läuft es bei rund 8 Millionen Bundesbürgern derart intensiv ab, dass Zähne, Kiefer und Muskeln in Mitleidenschaft gezogen werden. Vor allem in den Nachtstunden kommt es zum Knirschen der Zähne.

Viele der betroffenen Personen leiden deshalb unter Beschwerden wie:

  • Schlafstörungen
  • Schmerzhaften Verspannungen im Nacken und Schulterbereich
  • Schäden an den Zähnen wie freigelegte Zahnhälse, Schmerzempfindlichkeit oder das Abschleifen der Schneidezähne
  • Druck im Kiefer
  • Schmerzen im Gesicht
  • Spannungskopfschmerzen
  • Tinnitus oder Ohrenschmerzen
  • Einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD)
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Stress ist eine der häufigsten Ursachen für Zähneknirschen…

Eine der am häufigsten auftretenden Ursachen für das Zähneknirschen ist Stress. Bei ca. 50 Prozent aller Betroffenen wird der Bruxismus oder Schlafbruxismus durch Überforderungen im Alltag oder Berufsleben verursacht. Allerdings leidet nur ein Fünftel chronisch unter Beschwerden.

 

Nicht selten sind aber auch Störungen des Zusammenbisses des Kiefers für das Knirschen der Zähne verantwortlich. Als häufige Urheber kommen unpassende Zahnkronen oder Füllungen sowie Zahnfehlstellungen infrage. Manchmal wachsen die Zähne auch heraus. Das kommt vor, wenn beispielsweise ein Zahn verlorengeht. Auf der anderen Kieferseite fehlt dann das Gegenstück. Es mangelt an Widerstand, sodass kein reibungsloses Wachstum mehr möglich ist. Der Zusammenbiss zwischen dem oberen und unteren Kiefer ist dadurch gestört und hat oftmals Zähneknirschen zur Folge.

Einige Menschen leiden auch unter Erkrankungen, die Zähneknirschen auslösen können, wie:

  • Epileptische Anfälle in den Nachtstunden
  • Ras Restless-Legs-Syndrom
  • Minderdurchblutungen
  • Eine obstruktive Schlafapnoe mit Aussetzern der Atmung
  • Morbus Parkinson
  • Chorea Huntington

 

In manchen Fällen sind auch bestimmte Arzneimittel, Koffein oder Alkohol für das Knirschen der Zähne ursächlich. Eine konkrete Ursache ist aber nicht immer zu bestimmen. Das nächtliche Zähneknirschen kann bereits im Kindesalter einsetzen.

Was hilft gegen das Zähneknirschen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, dem Zähneknirschen Einhalt zu gebieten. Bei manchen Menschen genügt schon eine ruhige Phase der Entspannung. Sinnvoll ist zum Beispiel, ein regelmäßiger und ruhiger Sparziergang, regelmäßige Pausen bei der Arbeit oder auch mal ein warmes Bad zur Entspannung. Außerdem solltest du vor dem zu Bett gehen, keine allzu aufregenden Dinge machen und dich mit schönen Sachen beschäftigen. Also keinen blutrünstigen Krimi ansehen…

Oft kann der Zahnarzt helfen…

Bringen diese Vorgehensweisen keine Besserung, solltest Du einen Zahnarzt aufsuchen, der eine erfolgversprechende Therapie ausarbeitet. Wird Dein Zähneknirschen durch eine zu umfangreiche Zahnfüllung oder Krone hervorgerufen, werden diese abgeschliffen. Dadurch enden meist die Beschwerden.

Entspannungstechniken können helfen…

Ist Stress für den Bruxismus ursächlich, können auch Entspannungsmethoden Abhilfe schaffen. Sie gehen gegen die innerliche Anspannung des Körpers vor. Außerdem gelten sie als hilfreich gegen Kieferbeschwerden und Kopfschmerzen. Besonders zu empfehlen sind die Progressive Muskelentspannung nach Jakobsen sowie das autogene Training.

Wann und wogegen hilft eine Knirschschiene?

Knirscherschiene - Knirschschiene gegen Zähneknirschen
Aufbißschiene für die Nacht

Eine weitere sinnvolle Behandlungsoption ist die sogenannte Knirscherschiene oder Aufbissschiene. Dabei handelt sich um eine Prothesen-artige Auflage aus Kunststoff. Sie behandelt Erkrankungen des Kausystems wie Bruxismus. Die Aufbissschiene wird vom Zahnarzt individuell angepasst. Die Okklusionsschiene deckt die obere oder untere Zahnreihe ab. Dabei sorgt sie dafür, dass die Zähne durch den Kontakt untereinander (Okklusion) keinen Schaden mehr erleiden. Sie stellt also eine symptomatische Behandlung dar.

 

Die Zähne werden durch die Beißschiene vor Abrieb geschützt und die Kaumuskulatur entspannt sich…

Im weiteren Verlauf entspannen sich auch die Muskeln von Mund und Kiefer. Letztlich kann der gesamte Körper von der Knirschschiene profitieren. Sinn ergibt der Einsatz einer Beißschiene vor allem bei ständigem Knirschen der Zähne. In den meisten Fällen werden die Beschwerden durch die Schiene vermindert oder hören sogar ganz auf.

Knirscherschiene besser im Oberkiefer oder im Unterkiefer?

Die Aufbissschiene trägst du in der Nacht. Dabei liegt die Schiene aus Kunststoff wie ein Schutzschild über deinen Zähnen. In meisten Fällen wird sie am Unterkiefer angelegt, aber auch im Oberkiefer ist eine Knirschschiene möglich und sinnvoll. Die Schiene reguliert die Okklusion zwischen oberen und unteren Zähnen. Auf diese Weise lässt sich der Zahnschmelz vor weiteren Beeinträchtigungen schützen. Auch Muskeln und Gelenke des Kiefers erhalten eine spürbare Entlastung. Die festen Bewegungsabläufe, die beim Knirschen auf unbewusste Weise entstehen, lassen sich beseitigen. Mittelfristig bildet sich das Zähneknirschen wieder zurück.

Die Wirkungen der Aufbissschiene auf einen Blick

Die Knirschschiene bietet folgende Vorteile:

  • Sie verringert den Knirschreiz oder beendet ihn sogar
  • Bildet einen Schutzschild auf dem Gebiss
  • Der Zahnschmelz wird vor schädlichem Abrieb bewahrt
  • Unbewussten Bewegungsmustern lässt sich entgegenwirken
  • Es kommt zu einer Entlastung der Kieferstrukturen
  • Das Zähneknirschen geht zurück

Die Diagnose für eine Beißschiene bekommst du beim Zahnarzt

Erster Ansprechpartner bei Zähneknirschen und für eine Knirscherschiene ist der Zahnarzt. Er stellt das Zähneknirschen anhand des Abriebs an den Zähnen fest. Gesunde Zahnkronen sind mit einem Höcker ausgestattet. Bei ständigem Zähneknirschen flachen sie jedoch mit der Zeit ab, was der Zahnarzt bei einer gründlichen Untersuchung sehen kann.

 

Weiterhin nimmt er eine Abtastung von Kau- und Wangenmuskeln vor. Dadurch kann er das Zähneknirschen auch dann diagnostizieren, wenn es an den Zähnen noch nicht zu erkennen ist. Als wichtiger Hinweis gelten morgendliche Schmerzen an den Kaumuskeln. Bei der Untersuchung achtet der Zahnarzt auf eventuelle Verhärtungen.

Woher bekomme ich eine Knirschschiene?

Die Knirscherschiene oder auch Bißschiene fertigt der Zahnarzt, Kieferorthopäde oder auch ein Kieferchirurg an. Wichtig ist allerdings, dass Du die Therapie von einem erfahrenen Zahnmediziner vornehmen lässt. Durch eine präzise Anpassung kann die Beißschiene ihre Wirkung besser entfalten.

 

Aufbiss Schienen werden aber auch in speziellen Online-Shops wie zum Beispiel Doc Morris angeboten. Dabei lässt sich die passende Schiene auswählen. Meiner Erfahrung nach sind aber genau angepasste Schienen durch den Zahnarzt wesentlich hilfreicher. Denn sie werden vor Ort am Patienten nochmal entsprechend auf die Okklusion eingeschliffen und können so effektiver auf die bestehenden Probleme wirken.

Was ist der Unterschied: harte und weiche Knirschschiene?

Zur Herstellung der Knirscherschiene kommen harte oder weiche Materialien zur Anwendung. Den größten Unterschied zwischen dem Material bildet der Tragekomfort. Die meisten Schienenträger bevorzugen weiches Material, das Gummi ähnelt. Es fühlt sich angenehmer an und setzt sich aus weichem Kunststoff zusammen.

 

Harte Beißschienen bestehen aus Kunststoff und haben Ähnlichkeit mit einer Zahnspange. Die harten Schienen gelten bei der Behandlung von CMD als wirksamer als die weichen Schienen. So hat die harte Knirschschiene den Vorteil, nicht nachzugeben und den Kiefer in die passende Form zu bringen. Je nach Ursache des Zähneknirschens wird dein Zahnarzt das passende Material für deine Knirscherschiene auswählen.

Weitere Unterschiede bei den Knirscherschienen:

Ein zusätzlicher Unterschied besteht in adjustierten und nicht adjustierten Aufbissschienen. Nicht adjustierte Beißschienen sind mit einem simplen Überzug aus Kunststoff ausgestattet. Dieser Überzug liegt über den Kronen. Diese Art Schiene ist auch als Miniplastschiene bekannt. Ihr Tragen findet in den Nachtstunden statt. Sie geht gegen das Zusammenpressen der Zähne vor und entspannt dadurch die Kaumuskeln. Die Bearbeitung einer adjustierten Knirscherschiene erfolgt durch einen Zahntechniker, der nach der Vorgabe eines Modells arbeitet. Dabei gleicht er die Bisslage mithilfe eines Zahnreliefs sowie kleinerer Kerben aus.

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Wie viel kostet eine Aufbisschiene und was zahlt die Krankenkasse?

Die Kosten für eine Knirschschiene fallen je nach Art unterschiedlich aus. Sie können sich von 250 bis zu 800 Euro belaufen. Die Kosten für das Anfertigen der Aufbissschiene, die Materialkosten sowie das Honorar für den Zahnarzt werden im häufig (aber nicht immer) von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, wenn die Schiene medizinisch erforderlich ist.

 

Gleiches gilt für die privaten Krankenkassen. Fallen weitere Kosten wie für eine Funktionsanalyse oder aufwändigere Knirschschiene an, musst Du allerdings meist selbst in die Tasche greifen. Dazu zählen auch Aufbissschienen nur für die Frontzähne oder Schienen aus dem 3D-Drucker. Wenn Du es wünscht, können aber auch einzelne Methoden oder Arbeitsschritte entfallen.

Gut zu Wissen:

Wenn du über 18 Jahre alt bist, dann würde ich dir raten die Aufbissschiene beim Zahnarzt und nicht beim Kieferorthopäden herstellen zu lassen. Denn viele Krankenkassen zahlen die Beißschienen beim Kieferorthopäden nicht, beim Zahnarzt aber wiederum schon… Am besten du erkundigst dich vorher darüber, was in deinem Fall zutrifft.

Haltbarkeit und Reinigung der Knirscherschiene

Wie lange hält eine Knirschschiene?

Die Haltbarkeit einer Beißschiene hängt vom Ausmaß des Zähneknirschens ab. In extremen Fällen kann die Schiene bereits nach 8 bis 12 Wochen verschlissen sein. Dann benötigst Du einen Ersatz und vielleicht eine etwas dickere Beißschiene. Bist du kein so extrem starker Knirscher, dann kann sie auch eine Haltbarkeit von rund zwei Jahren erreichen. Mitunter hält sie sogar noch länger.

Wie reinige ich meine Aufbißschiene am besten?

Die Reinigung einer Knirscherschiene sollte so gründlich sein wie die Reinigung einer Zahnspange. Das bedeutet, dass Du sie jeden Morgen mit Zahnbürste, Zahnpasta und Wasser reinigst, um sie vor Zahnstein zu schützen. Denn wenn sich erst mal harter Zahnstein darauf abgelagert hat, dann ist er nur sehr schwer wieder zu entfernen. Du kannst auch ein sogenanntes Ultraschallgerät, bzw. Zahnreinigungsgerät für zuhause benützen, damit kann man z. B. auch Schmuck reinigen.

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